SKBS OG Thun

Der belgischer Schäferhund 

Herkunft 

Der belgische Schäferhund stammt – wie unschwer zu erraten – aus Belgien. Die vier Varietäten wurden nach den Regionen Belgien’s benannt, in welchen die einzelne Varietät vermehrt auftrat.
Schon seit Jahrhunderten sind Schäferhunde im Einsatz, und zwar nicht nur als treuer Helfer des Schäfers. Sie erfüllten auch viele andere Aufgaben, zum Beispiel als Wachhund oder als Zughund. Da die Anforderungen in den einzelnen Regionen Europas sich unterschieden, entwickelten sich von allein Schäferhunde mit etwas unterschiedlichem Typ.
Die Züchtung in Belgien konzentrierte sich zum Beispiel auf wendige, schlanke Tiere mit einem quadratischen Körperbau. Aus der Beobachtung der Tiere in Belgien, die sich alle sehr ähnlich sind, wohl aber verschiedene Farben zeigen, erfolgte eine Aufspaltung in vier Varietäten:

  • Tervueren
  • Groenendael
  • Laekenois
  • Malinois

Die Züchtung des belgischen Schäferhundes nach einem einheitlichen Standard erfolgt erst seit 1892, der erste Eintrag ins Zuchtbuch (L.O.S.H) datiert aus dem Jahr 1901.
Früher ging es den Züchtern jedoch nicht in erster Linie um ein bestimmtes Aussehen, sondern darum, einen idealen Gebrauchshund zu züchten. Typ, Charakter und die Anforderungen der Gebrauchstüchtigkeit des Belgiers waren um 1910 in der Zucht bereits fixiert. Über die zulässigen Varietäten und Farben gab es aber noch unterschiedliche Auffassungen.

Äussere Merkmale 

Belgische Schäferhunde sind insgesamt sehr athletisch und dabei schlank und wendig. Die Größe gibt der Rassestandard mit etwa 62 cm bei Rüden und 58 cm bei Hündinnen vor. Abweichungen von - 2 cm bis + 4 cm sind möglich. Das Gewicht von ausgewachsenen Hunden liegt ca. zwischen 25 - 30 kg bei Rüden und 20 - 25 kg bei Hündinnen, ihrer Grösse entsprechend.

Eine Besonderheit der belgischen Schäferhunde ist ihr quadratisches Profil:
Die Höhe sollte in etwa der Länge entsprechen. Der Kopf wird dabei nicht mit gemessen, sondern nur bis zum Widerrist. Da die Hunde den Kopf nach oben tragen, wirken sie etwas größer, als die Höhe aus dem Rassestandard es vermuten lässt.
In Bezug auf das Fell und die Farbe unterscheiden sich die vier Varietäten voneinander:

  • Tervueren: falbfarbenes (rotbraun) oder graubraunes Fell mit langen Haaren, insbesondere im Bereich von Brust und Nacken, mit schwarzer Maske
  • Groenendael: einfarbig schwarz
  • Laekenois: rauhaariges Fell in Grau, Gelb und Braun
  • Malinois: falbfarbenes (rot- od. gelbbraunes) kurzes Fell mit schwarzer Maske
  • Mit Ausnahme des Groenendael ist bei allen Varietäten eine schwarze Wolkung (Spitzen) zulässig
  • Bei allen Varietäten ist etwas Weiss an der Vorbrust und den Zehen zulässig
  • Prinzipiell lassen sich alle Varietäten untereinander verpaaren

 

Charakter 

Der Belgier ist ein Energiebündel, mit praktisch immer vollem Akku!
Unverkennbar im Wesen ist ihre Eignung als Arbeitshund. Sie lieben es, Aufgaben zu übernehmen und setzten diese mit Leib und Seele um. Dabei investieren sie lieber 120% als nur 80%.
Zu erwähnen ist außerdem die hohe Intelligenz der Hunde. Sie zeigt sich jeden Tag und führt dazu, dass der Hund gefordert werden möchte.
Die Kehrseite der Medaille, gibt man einem Belgier keine Aufgabe so sucht er sich selbst eine.
Oft sind die selbstgewählten „Aufgaben und Beschäftigungen“ jedoch lästig, unerwünscht oder gar gefährlich.
Wie zB bewachen kurz abgestellter Einkäufe, zusammentreiben der Familie auf dem Spaziergang, jagen von allem was sich bewegt (Blätter im Wind, Vögel, Jogger, Velofahrer)

Die allermeisten Belgier wollen ihrem Besitzer in hohem Masse gefallen (will to please), gepaart mit seiner sensiblen und aufmerksamen Art kann ein Belgier dadurch für Freizeit und Sport sehr gut mit Motivation und Konsequenz erzogen werden.

Ein idealer belgischer Schäferhund soll zudem einen festen Charakter haben. Das heißt, es sollen weder Aggressivität noch Nervosität vom Hund ausgehen.
Wie bei vielen Rassen gibt es auch hier eine Aufspaltung in eine Arbeits- und Showlinie. Erstere ist vielfältig als Arbeitstier im Einsatz, etwa als Diensthund bei Polizei und Militär oder als Sporthund. Die Showlinie kann vom Temperament her anders ausfallen, da hier der Schwerpunkt der Zucht auf das Aussehen gelegt wurde.

Allen eigen ist aber das hohe Tempo und die Aktivität, mit welcher die Hunde durch das Leben gehen.

Lange Entwicklung
Während die Erziehung eines Belgiers unbedingt schon mit dem Welpen beginnen sollte, sind die Hunde erst mit etwa drei Jahren «im Kopf» voll ausgereift.
Ihre Verspieltheit und ihren Übermut, ein Teil ihres Charmes, behalten sie bis ins hohe Alter.

Haltung 

Die Haltung pendelt zwischen unkompliziert und anspruchsvoll.
Unkompliziert gilt in Hinblick auf die Ansprüche an Wohnung oder Haus: Die Tiere sind einfach zufriedenzustellen und freuen sich, sofern sie Kontakt zu ihren Menschen haben.
Es gibt den Spruch -  "ein Malinois wohnt zufrieden mit dir in einer Telefonzelle" 😊
Auch hier gibt es die Kehrseite der Medaille: Ein Belgier möchte mit Herrchen oder Frauchen im selben Raum sein. Zudem besteht mit jedem Verlassen des Raumes ja auch die Möglichkeit das etwas Tolles passiert. Wer möchte das schon verpassen? Geht man auch nur kurz aus der Wohnung zum Briefkasten, Mülleimer, in die Waschküche etc begleiten sie dich zur Türe und warten dort. Die Begrüssung bei der Rückkehr fällt gleich begeistert aus wie nach ein paar Stunden des Alleinseins.
Übrigens; Rudelhaltung ändert daran nichts  😉  Möchte man nicht auf Schritt und Tritt von seinem Hund beim Staubsaugen, abstauben etc von seinem Hund verfolgt werden, so muss man ihm dies beibringen.
Sie können es lernen, aber vom Wesen her würden sie dich lieber begleiten.
Eine Herausforderung ist es auch, einen Belgier richtig zu beschäftigen. Die Arbeitstiere sind es gewohnt, eine Aufgabe zu erfüllen und haben einen grossen Bewegungsdrang. Es gefällt ihnen gar nicht, nur auf dem Sofa zu liegen. Oder nur kurz versäubert zu werden. Ohne genügend Bewegung und Abwechslung finden sie schnell eine «andere» Möglichkeit sich in Haus und Garten zu beschäftigen.
Wenn der belgische Schäferhund nicht als Diensthund seine Pflicht tut, bietet sich praktisch jede Form des Hundesports an, um das Tier zu fordern und zusammen Spass zu haben.
Die Erziehung der Belgier ist im Allgemeinen recht unproblematisch – aber kein Selbstläufer!
Herrchen und Frauchen müssen sich intensiv mit ihrem Hund beschäftigen, dafür erhalten sie einen festen, ausgeglichenen und loyalen Hund an ihrer Seite.

Gesundheit und Pflege 

Gesundheitlich sind die belgischen Schäferhunde in der Regel robust.
Besondere typische Krankheiten der Rasse gibt es nicht. Das zeigt auch die Lebenserwartung von 12 bis 16 Jahren.
Die Pflege eines belgischen Schäferhundes ist unkompliziert. Der Aufwand bei den Langhaar Varietäten ist dabei etwas grösser. Vor allem auch was den Schmutz in Haus oder Wohnung betrifft.
Das Fell lässt sich mühelos bürsten, je nach Varietät ein- bis zweimal pro Monat. Im Haarwechsel häufiger.